So bin ich
Über mich:
Pferde-und Hundeliebhaberin
Motto:
Wer gut mit Pferden umgehen kann,der hört sie sprechen.Wer sehr gut mit Pferden umgehen kann,der hört sie flüstern.
Wer nicht mit Pferden umgehen kann, der hört sie nicht einmal schreien.
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Geschlecht:
Sternzeichen:
Geburtstag:
Interessen:
Schulen:
Der Herr der Pferde...
Für jedes Pferd steht im Paradies ein große
Truhe mit tausend goldenen Perlen. Behandeln
die Menschen das Pferd auf der Erde gut,
wird
bei jeder Wohltat eine Perle herausgenommen.
Wenn das Pferd gestorben ist und auf die
ewige Weide kommt,
zählt der Herr der Pferde
die übriggebliebenen Perlen. Wer bei den
Menschen Schlimmes erlebt hat,
wird dann für
die schlechte Erdenzeit entschädigt.
Eine schöne Holsteiner Schimmelstute kam
eines Nachmittags am Gatter des Paradieses
an. "Deine Truhe ist fast leer",
sagte der Herr der Pferde,
"du musst
ein
gutes Leben gehabt haben." Die Stute
nickte bedächtig. "Meine Besitzer haben
alles für mich getan. Als ich Probleme mit
den Hufen bekam,
haben sie mich auf die
Weide
gestellt,
damit meine Beine geschont wurden.
Sie haben dafür gesorgt,
dass ich jeden Tag
laufen und toben konnte,
und so wurde ich
mit
ihnen zusammen sehr alt. Und als die Stunde
des Abschieds gekommen war,
sind sie bis zur
letzten Minute an meiner Seite
geblieben." Die Stute schwieg einen
Moment. "Ja,
ich habe es sehr gut
gehabt
da unten."
"Such dir eine Weide aus",
schlug
der Herr der Pferde vor. "Ich brauche
keine große Wiese",
entgegnete die
Stute,
"gib die großen Weiden meinen
Kollegen,
die auf der Erde nicht so viele
gute Tage gesehen haben."
Als nächstes stand ein großer Friesenwallach
vor dem Paradies-Gatter. Auch er war sehr,
sehr alt. So alt,
dass seine schwarze Mähne
grau geworden war,
was man nur ganz selten
sieht. "Auch bei dir finde ich nur noch
wenige Perlen in der Truhe",
sagte der
Herr der Pferde. "Ich habe es sehr gut
gehabt",
sagte der Friese. "All
die
Jahre bin ich mit Liebe umsorgt worden. Und
als die Stunde des Abschieds kam,
ist mein
Mensch bis zur letzten Minute an meiner
Seite
geblieben."
Dann kamen zwei braune Schulpferde
angetrabt.
"Wie ist es euch ergangen in der
Reitschule?",
fragte der Herr der
Pferde. "Ich wundere mich,
dass ich in
eurer Truhe nur noch wenige Perlen
sehe." "Das muss dich nicht
wundern",
sagten die Schulpferde,
"unser Stallbesitzer hat uns helle
Boxen
bauen lassen,
statt sich ein neues Auto zu
kaufen. Weil wir bessere Trensen brauchten,
hat er sogar auf den Urlaub
verzichtet."
"Gab es denn nie Reitschüler,
die
hässlich zu euch waren?" -
"Manchmal schon",
gaben die
Schulpferde zu. "Aber die Liebe der
Kinder hat uns immer wieder Mut
gemacht." Die Braunen sahen den Herrn
der Pferde an und sagten: "Wir haben es
wirklich gut gehabt da unten. Und als die
Stunde des Abschieds kam,
hat uns der
Stallbesitzer auf unserem letzten Weg
begleitet."
Ein zierlicher,
schwarzer Traberwallach kam
jetzt auf das Paradies zu,
kaum älter als
vier Jahre. Sein Fell glänzte wie Seide,
aber
seine Augen waren müde und ohne Glanz.
"Warum bist du hier,
mein
Freund?",
fragte der Herr der Pferde. "Du bist
noch zu jung zum Sterben."
"Ich war keine gute Geldanlage",
antwortete der Traber. "Auf der
Trabrennbahn war ich zu langsam. Sosehr ich
mich anstrengte,
ich konnte nicht schneller
laufen. Mein Besitzer sagte,
ich sei zu
teuer
zum Durchfüttern und hat mich zum Schlachter
bringen lassen."
Der Herr der Pferde öffnete die Truhe des
Trabers und fand sie noch fast gefüllt bis
zum Rand. "Das muss ein trauriges Leben
gewesen sein",
sagte er,
"hast du
nicht einmal eine schöne Kindheit
gehabt?"
"Kindheit - was für ein wundervolles
Wort",
sagte der Traber versonnen.
"Was bedeutet es?"
"Kindheit",
sagte der Herr der
Pferde,
"das heißt mit anderen Fohlen
über Wiesen galoppieren,
im Spiel die Kräfte
messen,
sich wälzen und in Seen baden,
seinen
Platz in der Herde suchen und Freunde
finden.
Man lässt doch die Pferde drei Jahre lang
Kind sein,
bevor die Arbeit beginnt. Hast du
das nicht erlebt?"
"Nein",
sagte der Traber,
"für
mich fing das Training mit einem Jahr an.
Sie
haben mir den Kopf mit Lederriemen
zurückgezogen und die Zunge festgebunden,
damit ich nicht galoppieren konnte. Als ich
zu langsam war,
haben sie mich mit Peitschen
aus Stacheldraht geschlagen."
"Warum tun sie das?",
fragte der
Herr der Pferde zornig. "Man kann viel
Geld mit Wetten auf der Trabrennbahn
verdienen",
sagte der Traber,
"mit
einem schellen Traber kann man reich werden.
Ich war leider ein schlechtes
Geschäft."
Da führte der Herr der Pferde den kleinen
Traber auf die große Paradiesweide mit Seen,
die gefüllt war mit schimmerndem
Himmelstaub,
mit Plätzen aus goldenem Sand zum Wälzen und
endlosen Wiesen zum Galoppieren. Alle Traber
und die anderen Pferde,
die von ihren
Besitzern als Sportgerät missbraucht worden
waren,
vergnügten sich darauf. Fasziniert
blieb der Traber stehen. "Ist das
Kindheit?",
fragte er entzückt.
"Lauf los und genieße sie",
sagte
der Vater der Pferde.
Er war voller Empörung über die Menschen,
aber es kam noch schlimmer. Ein polnisches
Schlachtpferd schleppte sich auf das
Paradies
zu,
ein Bild des Jammers. Ein gebrochenes
Bein hing schlaff herab,
Blut sickerte aus
vielen Wunden im Gesicht und an der
Schulter.
Das Maul war grausam geschwollen,
weil das
Pferd sich im Pferdetransporter halb
wahnsinnig vor Durst die Zunge an den Wänden
wund geleckt hatte.
Als der Herr die Truhe des Schlachtpferdes
öffnete,
fehlte nicht eine einzige Perle.
"Wer hat es zugelassen,
dass man dich
so
quält?",
fragte er erzürnt.
"Die Politiker",
antwortete das
Schlachtpferd mit matter Stimme. "Sie
könnten die Gesetze ändern,
aber es
interessiert sie nicht. Es geht nur ums
Geld.
Man verdient viel mehr,
wenn man Pferde von
Polen zum Schlachten bis nach Südfrankreich
oder Italien bringt."
Der Herr der Pferde führte das Schlachtpferd
auf seine größte und schönste Weide mit
klaren,
frischen Wasserquellen und Kräutern,
die jede Wunde heilen. "Was ist das für
ein prächtiger,
goldener Ball über der
Weide?",
wollte das Schlachtpferd
wissen.
"Das ist die Sonne. Kennst du sie
nicht?" "Nein. Aber ich habe die
Menschen davon reden hören",
sagte das
Schlachtpferd glücklich und ging zu den
Quellen,
um seinen Durst zu löschen.
Da versammelten sich die Privat- und
Schulpferde,
die es gut gehabt hatten auf
der
Erde,
und sagten zum Herrn der Pferde:
"Es ist gut,
dass unsere armen Freunde
es hier so paradiesisch haben. Aber kommen
ihre Peiniger ungeschoren davon?"
"Sie bekommen ihre gerechte
Strafe." "Welche?",
wollten
die Pferde wissen. "Sie müssen als
Pferd
zurück auf die Erde. Dort haben sie das
Gleiche zu erdulden wie die Tiere,
die sie
gepeinigt haben."
Der Herr der Pferde winkte ihnen,
ihm zu
folgen. Sie gingen lange Zeit über einen
schmalen Pfad,
bis sie an einen großen Platz
gelangten,
auf dem eine gewaltige Waage
aufgebaut war. Jeder Mensch wurde vor diese
Waage gerufen,
und es wurden zwei Fragen
gestellt. Ein Rennstallbesitzer stand gerade
vor dem höchsten Gericht.
"Wer hat etwas Gutes über ihn zu
berichten?",
hieß die erste Frage. Es
fanden sich einige,
die auf der Trabrennbahn
gewonnen hatten,
die mit ihm gemeinsame
Sache
gemacht hatten,
und sein Kampfhund,
der von
ihm gut behandelt worden war. Dann kam die
zweite Frage: "Wer von den Trabern hat
etwas gegen ihn vorzubringen?"
Da galoppierten alle seine Traber heran.
Die,
die hohe Preise gewonnen hatten und die,
die
er zum Schlachter geschickt hatte.
"Was habt ihr ihm vorzuwerfen?",
fragte der Richter. "Er hat uns die
Kindheit gestohlen",
klagten die
Traber.
Sie stiegen auf die andere Waagschale und
drückten sie mit ihrem Gewicht ganz nach
unten.
Danach sahen die Pferde einen Politiker vor
dem Gericht. Er fand eine ganze Anzahl von
Menschen,
die für ihn aussagten.
"Er wird sich geschickt herausreden -
wie auf der Erde",
befürchteten die
Pferde,
"da sind viele,
die er mit Geld
bestochen hat und die ihm wichtige Posten zu
verdanken haben. Mindestens fünfzig
Menschen.
Wer wird gegen ihn aussagen?"
"Fünfzigtausend Schlachtpferde",
sagte der Herr der Pferde,
"er wird wie sie
keine Chance haben..."
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