Muttertagsgeschichte
Eine Muttertagsgeschichte

Im Heu oben im Dachboden lag eine Katzenmutter mit ihren beiden Jungen. Die Kinder waren erst vor einigen Tagen zur Welt gekommen und sie waren noch sehr hilflos - kleine Pfoten hatten sie, die immer ausrutschten, und unverhältnismäßig große Köpfe mit blinden Augen, die sich suchend im Bauch der Mutter vergruben. Sehr sonderbar sahen sie aus. Aber die Katzenmama fand sie wunderschön, denn es waren ja ihre Kinder - das eine grau und schwarz getigert, wie sie selbst, eine Schönheit also, wie man wohl ohne falsche Bescheidenheit sagen durfte.
Das andere sah aus wie sein Vater. Dieser war bunt mit weißen Hosen und weißen Pfoten und außerdem hatte er einen Punkt auf der Nase. Er konnte wirklich gut singen. Wie hatten sie beide so herrlich zusammen gesungen an den ersten Märzabenden im Garten, zweistimmig, viele hübsche Lieder . . . Sehr begreiflich, dass die Kinder mit den kleinen rutschenden Pfoten und den großen Köpfen so prachtvolle Geschöpfe geworden waren, nicht nur Katzen, was an sich schon der Gipfelpunkt ist, wie jeder weiß, nein, Katzenkinder, wie sie die Erde noch nicht gesehen hat! Die Katzenmutter reckte sich stolz in die Höhe und betrachtete liebevoll schnurrend die kleinen Wunder da vor ihr im Stroh.
Diese warme Bodenkammer schien übrigens in jeder Hinsicht der richtige Ort zu sein, still und unbehelligt. Ein weicher heugefüllter Korb, warm und überaus geeignet für die ersten Kletterversuche, viele Antiquitäten und alte Dinge ringsherum, voller Spannungen und Möglichkeiten zum Verstecken und Entdecken, freundlich vom Maimond beleuchtet, der durch die Fenster lugte, viel Platz zum Spielen, und dann - welch ein berühmtes Mausrevier, welch ein großes Gebiet zur sachgemäßen Ausbildung der beruflichen Fähigkeiten!
"Ich sollte mich selbst mal nach Mäusen umsehen", sagte die Katze, "die Kleinen ruhen und ein wenig Abwechslung würde mir gut tun, Kinderpflege ist anstrengend und ich habe Hunger."
Die Katze erhob sich, beleckte schnell noch einmal ihre Kinder und strich dann auf leisen Pfoten, schnuppernd, an Kisten und Gerümpel vorbei. Es hatte doch, auch wenn man allmählich etwas in die Jahre gekommen war, immer noch etwas tolles Aufregendes, so nach Mäusen zu jagen. Und jetzt - raschelte da nicht jemand? Roch es nicht so lecker nach Mäusen? War das nicht der feine Duft, unverkennbar für eine kätzliche Nase? Noch einige vorsichtige Schritte, auf Samtpfötchen - niemand machte ihr das nach - und dann stand sie vor einem Mäusenest, in dem zwei kleine nackte Junge lagen.
"Bloß Junge?" dachte die Katze, "da wären die Samtpfötchen überflüssig gewesen, die können weder laufen noch sehen. Es lohnt überhaupt kaum, zwei kleine Bissen, weiter nichts. Aber man kann ja immerhin, zur Stärkung sozusagen . . . " Sie wollte zupacken. Aber etwas in ihr redete.
"Genauso wie deine Kinder können Sie noch nichts sehen und auch noch nicht laufen. Sie sind ganz und gar hilflos und die Mutter wird wohl nicht mehr am leben sein. Sie sind so unbeschützt wie deine Kinder, wenn du nicht da bist. Es sind zwar Mäuse. Aber es sind Babymäuse!"
Es war die Mutterliebe, die redete, und in ihr redete die Allliebe, ihr künftiger Geist. Er kann nur reden in einer Mutterliebe, die sehr mächtig ist, so mächtig wie die Mutterliebe einer Katze, denn sie ist eine der größten.
"Du weißt doch, was Kinder sind?" fragte die Stimme. Die Katze beugte sich herunter, schnappte die eine kleine Maus vorsichtig mit den Zähnen und trug sie in ihr gemütliches Strohnest. Anschließend ging sie zurück und holte das andere Junge. Beide wurde von ihr mit ihren beiden Katzenbabys gesäugt.
Fast hätten die kleinen Mäuse nicht überlebt, weil Sie völlig durchgefroren waren, aber die Katze wärmte die beiden Babymäuse. Und sie waren auch halb verhungert, aber die Katze, versorgte Sie mit Muttermilch. Bald schon fühlten sich die Babymäuse sehr geborgen bei der Katzenmutter, ohne zu ahnen, von wem sie da eigentlich umsorgt werden. Wie sollten sie das wissen? Sie waren blind und hilflos. Über ihnen lag schützend die krallenlose, weiche, samtene Katzenpfote.
Bald schon wurden die Kinder größer, öffneten ihre Augen und machten die ersten Gehversuche. Sie wurden mit der gleichen Mutterliebe versorgt und spielten zusammen in der Maisonne.
Es ist dies eine wahre Geschichte. Sie ist nur klein und doch ist sie sehr groß. Es ward eine neue Welt in ihr geboren von einem kleinen Geschöpf und in einer ärmlichen Dachkammer. Es wird auch nicht immer so sein, noch lange nicht, aber es ist ein großes Ereignis, dass dies geschehen ist. Die Gesetze der alten Welt sind stark und schwer, aber sie werden überwunden Stufe um Stufe, denn die Allliebe ist eine lebendige Kraft in der Seele dieser Erde. Langsam, sehr langsam wird die neue Welt aus der alten geboren, und das geschah schon oft in einer ärmlichen Dachkammer, und die Menschen wussten nichts davon.
Die Menschen wissen so wenig, und am wenigsten wissen die, welche am meisten zu wissen meinen. Aber glaube, dass auch Tiere in ihrer Not eine Macht anrufen, die über ihnen ist - und wenn diese Katze bitten würde, die Mutter Gottes würde sie vor allen anderen erhören.
Die Maisonne wusste, was die Menschen nicht wissen. Denn sie wob einen goldenen Schein um den Kopf der Katzenmutter.

verfasst von 3Silvi3 am 26 April 2009 - 09:31 Uhr
sehr verwirrend
"Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister,
erlauben Sie mir bitte die Freiheit, Ihnen respektvoll Folgendes zu
unterbreiten und ich bitte Sie um Ihre wohlwollende Bemühung, die
Angelegenheit rasch zu bearbeiten. Zur Zeit warte ich auf den Einzug ins
Militär, ich bin 24 Jahre alt und mit einer 44 jährigen Witwe verheiratet,
welche eine Tochter von 25 Jahren hat. Mein Vater hat besagte Tochter
geheiratet. Somit ist mein Vater mein Schwiegersohn geworden, da er ja die
Tochter meiner Frau geheiratet hat... Zudem ist meine Tochter meine
Stiefmutter geworden, da sie ja meinen Vater geheiratet hat. Meine Frau und
ich haben letzten Januar einen Sohn bekommen. Dieser ist Bruder der Frau
meines Vaters, somit der Schwager meines Vaters. Ausserdem ist es auch mein
Onkel, da er ja der Bruder meiner Stiefmutter ist. Mein Sohn ist also mein
Onkel.
Die Frau meines Vaters hat an Weihnachten einen Sohn bekommen, der zugleich
mein Bruder ist, da er ja Sohn meines Vaters ist, und mein Enkel ist, weil
er Sohn der Tochter meiner Frau ist.
Ich bin also der Bruder meines Enkels und da der Ehemann der Mutter einer
Person ja der Vater ist, resultiert, das ich der Vater der Tochter meiner
Frau bin und Bruder ihres Sohnes.
Also bin ich mein Grossvater.
Nach diesen Erklärungen, sehr geehrter Herr Minister, bitte ich Sie, mich
von der Militärdienstpflicht zu befreien, da das Gesetz verbietet, dass
Vater, Sohn und Enkel zugleich Militärdienst leisten.
Ich bin von Ihrem Verständnis, hoch verehrter Minister, überzeugt, und
bitte Sie, meine vorzügliche Hochachtung zu akzeptieren.
Mit freundlichsten Grüßen"
P.S.:
In den Akten dieses Falles steht: "Der besagte junge Mann wird wegen
psychischer Unstabilität und beunruhigende mentale Störungen, verstärkt
durch ein gestörtes Familienklima, vom Militärdienst befreit.
verfasst von 3Silvi3 am 16 April 2009 - 10:49 Uhr
Hallo und tschüss
Hallo und Tschüss
Sie werden mich heute wegbringen.
Ich habe es schon die ganze Zeit geahnt.
Eigentlich schon als sich die beiden Menschen immer angeschrieen haben.
Aber heute sprechen sie nicht miteinander.
Das war bei den anderen drei malen,
als ich weggebracht wurde, genauso.
Jetzt frühstücken sie noch und dann geht es los.
Mir haben sie einen besonders vollen Napf hingestellt,
aber ich bekomme nichts runter.
Niemand wird mich noch zu sich nehmen.
Ich habe schon siebenmal die Jahreszeiten wechseln sehen.
Ich war nie der eleganteste Hund.
Nun bin ich auch noch zu dick.
Viel Bewegung habe ich ja nicht mehr bekommen.
Ich konnte genau spüren, dass jeder Spaziergang Euch lästig fiel
und gespielt habt ihr sowieso nicht mit mir.
Früher mal ein wenig und ich bin doch auch immer hinter dem Ball her
gerannt und hab’ ihn geschnappt und bin losgelaufen damit ihr
hinter mir herkommt, aber dann habt ihr wieder geschimpft.
Ich habe doch so gerne gespielt.
Wenn ihr mir das Spiel doch nur erklärt hättet.
Jetzt geht es los, ich komme ja schon.
Nun sitze ich im Auto und die Zweibeiner haben etwas vergessen,
nämlich,
die Näpfe und das Hundefutter einzupacken.
Den Trick kenne ich schon.
Man sitzt im Zuchthaus und spürt das die eigenen Leute
in der Nähe sind und hofft dass sie einen endlich zurückholen,
aber sie bringen nur den restlichen Krempel.
Sie meinen sie tun ein gutes
Werk.
Ich hatte Recht, diese Kurvenkombination hatte ich mehrmals durchfahren.
Jetzt kommt der schlimmste Moment.
Durch die schmale Gasse zwischen den anderen
Gefangenen zu gehen und sich das höhnische Gerede anhören zu müssen ist die Hölle.
Oh Gott, Balou ist immer noch da.
„Hallo Süße, habe ich dir nicht gesagt, das sind Schwächlinge,
die behalten dich nicht lange?“
Ja, wirklich das hat er damals gesagt.
Die Wärter sind nett, sie geben sich alle Mühe,
aber diesen Geruch,
den Geruch nach verlorenen Seelen bekommen auch sie nicht weg.
Ich bekomme die Zelle ganz hinten.
Eine Einzelzelle für ältere schwer vermittelbare Häftlinge.
Ich gehe hinein, lege mich hin und ziehe mich in mich zurück.
Ich denke an die guten Zeiten.
Wie ich im Sonnenschein über eine grüne Wiese gelaufen bin,
oder wie meine Menschen gespürt haben, dass ich Wärme brauchte.
Damals.
Vorbei.
Tschüss

verfasst von 3Silvi3 am 26 März 2009 - 13:16 Uhr
Das Ende der Welt
Das Ende der Welt?
Bis ans Ende der Welt und geht es noch weiter? Wo ist das Ende? Wo ist überhaupt der Anfang?
Stehe ich mit der Geburt am Anfang und mit dem Tod am Ende? Was ist dazwischen?
Das ist so leicht dahin gesagt: „Ich gehe mit dir bis ans Ende der Welt? Dann müßte ich dich an die Hand nehmen und die Straße der Wünsche und Träume betreten. Hart wird der Weg sein, voller Steine und Dornen. Es ist ungewiß, ob wir zusammen jemals das Ziel erreichen. Voller Illusionen beginnt der Anfang, denn alles erscheint rosarot. Mut und Kraft gibt es noch im Überfluß. Zweifel treten gar nicht erst in Erscheinung. Das Glück hält alles ganz eng zusammen.
„Gemeinsam durch dick und dünn.“ Es ist gut, daß man nicht in die Zukunft schauen kann und erkennt, so mancher Begleiter wird zum Feind, so mancher Weg führt in den tiefen Abgrund. Verantwortung wird uns aufgebürdet. Dieser Rucksack beugt schwer den Rücken und wenn du den Weg aus den Augen verlierst, ist der Absturz nicht mehr weit. Das Leben läßt sich nicht vorherbestimmen, du selbst steckst das Ziel, und an dir und mir wird sich zeigen, wie gut wir vorbereitet wurden.
Kind zu sein ist eine Wonne, wenn es dir erlaubt wird, diese Jahre auch so zu leben. Jugend, die Zeit der Irrungen und Wirrungen beginnt. Alles hinterfragen; mit Wut und Verzweiflung aufdecken, was der Erwachsene zwanghaft bedeckt mit Vergessen und Scham. Erwachsenenstatus endlich erreicht. Doch plötzlich stürzt der Himmel ein. Leichte Schritte sind nicht mehr möglich, ständig geht es bergan. Es beginnt die Welt des Lügens und Betrügens. Nur wenige erreichen ihre Ziele wirklich, der Rest trottet einher und denkt nicht mehr viel, hat sich einfach aufgegeben.
Nach vielen Jahrzehnten ereilt uns der Tod. War das jetzt der Schluß? Vielleicht müssen wir erst sterben, um den Blick frei zu haben für den wohl endlosen Weg bis ans Ende. Nichts drückt mehr zu Boden und der Weg führt ins Tal der erfüllten Träume – Das Ende der Welt?

verfasst von 3Silvi3 am 16 März 2009 - 12:30 Uhr
Bachblüten
Bachblüten - Alle 38 Bachblüten und ihre Anwendung
Die Bachblüten-Therapie wurde von dem Engländer Dr. Edward Bach entwickelt und basiert auf der Idee, daß die gebundene Energie von Blüten eine regulierende Wirkung auf psychische Zustände des Menschen hat. Durch diese psychische Wirkung können häufig auch körperliche Symptome gebessert werden.
Edward Bach hat 38 Blüten untersucht und beschrieben. In Kalifornien wurden später weitere Blüten hinzugenommen.
Die Blüten werden zur höchsten Blütezeit an bestimmten Plätzen gesammelt und in Quellwasser gelegt und der Sonne ausgesetzt. Dadurch überträgt sich laut Bach die Energie der Blüten auf das Wasser. Das Wasser wird später mit Alkohol haltbar gemacht und kann, meistens verdünnt eingesetzt werden.
- Anwendung
- Auswahl der Blüten
- Liste der 38 Bachblüten
- Notfalltropfen
- Notfalltropfen-Cremes
- Blütenessenzen selbstgemacht
- Neu auf den Bachblüten-Seiten
- Schwesterprojekt:
Bachblüten-Seite mit Selbsttest
Einzelne Bachblüten genauer beleuchtet
- Agrimony
- Aspen
- Beech
- Centaury
- Cerato
- Cherry Plum
- Chestnut Bud
- Chicory
- Clematis
- Crab Apple
- Elm
- Gentian
- Gorse
- Heather
- Honeysuckle
- Holly
- Hornbeam
- Impatiens
- Larch
- Mimulus
- Mustard
- Oak
- Olive
- Pine
- Red Chestnut
- Rock Rose
- Rock Water
- Scleranthus
- Star of Bethlehem
- Sweet Chestnut
- Vervain
- Vine
- Walnut
- Water Violet
- White Chestnut
- Wild Oat
- Wild Rose
- Willow
verfasst von 3Silvi3 am 27 Februar 2009 - 18:57 Uhr
Die Geschichte von zwei Freunden
Die Geschichte von zwei Freunden
Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.
Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:
"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."
Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.
Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:
"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."
Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"
Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann."
verfasst von 3Silvi3 am 14 Februar 2009 - 18:39 Uhr
10 Tipps einer Hundemutter an ihren Welpen
Perfektioniere diesen Unschuldsblick. Dann können sie dir nichts abschlagen.
Umkreise dein Fressen langsam. Kräusle die Schnauze. Dann bekommst du vielleicht was besseres.
Winsle so lange, bis sie dich ins Bett lassen. Mache dich dort anfangs klein und später breit.
Stelle dich bei Befehlen doof und reagiere nur, wenn es Leckerli gibt.
Setze dich am Esstisch zu demjenigen, der nie aufisst. Du wirst sehen, da fällt was ab.
Jage nie die Katzen oder Hühner der Nachbarn, sondern immer die Fremden.
Stelle dich gut mit dem Metzger. Bleibe artig vor dem Laden und wedele mit dem Schwanz.
Grabe keine Löcher im eigenen Garten oder lasse dich niemals dabei erwischen.
Jage keine Hasen, Jogger, Radler oder Autos, sonst blüht dir die Leine lebenslang.
Im Sommer lenke sie unauffällig zur Eisdiele und mache ihnen klar, dass Vanille deine Lieblingssorte ist. 
verfasst von 3Silvi3 am 3 Februar 2009 - 17:43 Uhr
16 gute Ratschläge für Hundebesitzer und solche....
von Thomas Schoke
Thomas Schoke ist Hundeausbilder und Hundebuchautor.
1. Wenn Sie sich einen Hund kaufen, nehmen Sie einen großen!
Wie in vielen anderen Branchen, gibt es auch bei Hunden eklatante Mißverhältnisse zwischen Preis und Leistung. Kehren Sie Zeitgenossen, die Ihnen Hundezwerge zu Schäferhundpreisen andrehen wollen, kommentarlos den Rücken.
2. Kaufen Sie nur Hunde seltener Rassen!
Nur so können Sie die staunende Gemeinde der Allerweltshundebesitzer von Ihrem kynologischen Fachwissen überzeugen. Lassen Sie Setter, Rottweiler und Dobermann links liegen, wählen Sie lieber einen Akita Inu, Basenji oder Fila Brasilero. Exotik hat ihren eigenen Charme und ein Rhodesian Ridgeback umgibt seinen Besitzer auf natürliche Weise mit dem Flair der Großwildjagd. Nebenbei tun Sie noch etwas gegen die zunehmende Verödung des Stadtbildes und viele bewundernde Blicke sind Ihnen gewiss.
3. Wählen Sie niemals eine Rasse, deren Vertreter Ihnen in puncto Körperkraft nicht mindestens um das Doppelte überlegen sind!
Auf diese Weise finanziert sich der Hund nicht nur selbst, da Sie die überhöhten Beiträge fürs Fitnesstudio einsparen, Sie zeigen Ihrer Umwelt gleichzeitig, daß Sie mutig, unerschrocken und erfrischend optimistisch sind. Dieser Effekt kann auf einfache Weise potenziert werden: Halten Sie grundsätzlich Rüden, niemals eine Hündin.
4. Bringen Sie Ihren Typ zur Geltung!
Wenn die erste Sichtung der Hunderassen (siehe Punkt 2) mehrere Möglichkeiten offen läßt, wählen Sie einen Hund, der zu Ihrem Typ paßt. Bei Männchen mit der Gestalt eines Gartenzwerges drängt sich ein Irischer Wolfshund geradezu auf. Fettleibige können mit einem Barzoi oder Greyhound ihre Erscheinung relativieren und feingliedrige Künstlertypen kommen neben einem Bernhardiner bestens zur Geltung. Basketballspielern seien Westies wärmstens empfohlen aber nur ein Bullterrier ist in der Lage, Ihren sozialen Rang angemessen zu unterstreichen. Damen mit besonders zierlicher Figur seien Owtscharka und Sarplaninac Rüden ans Herz gelegt, womit wir wieder bei Tip Nummer 3 wären.
5. Lesen Sie keine Hundebücher!
Die Autoren sind ohnehin nur Halsabschneider mit begrenzter Einsichtsfähigkeit. Sie gehen so der Gefahr aus dem Weg, daß Ihre klaren Vorstellungen von Phantasten und Lobbyisten verwässert werden. Wenn es denn unbedingt ein Hundebuch sein muß, nehmen Sie eines der ganz billigen! Die Autoren dieser Werke wissen auch nicht weniger als die geldgeilen Hundebuch-Literaten und sind sicherlich über jeden kleinen Zuwachs ihres Einkommens dankbar. So schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie erwerben ein literarisches Schnäppchen und tun etwas für Ihr soziales Gewissen.
6. Beziehen Sie Ihre Hunde nicht aus Tierheimen!
Es sei denn, Sie möchten unverschuldet in den Ruf geraten, Ihre Kleidung bei Trödlern zu beschaffen oder in Secondhand Geschäften nach einem neuen Lebensabschnittsgefährten Ausschau zu halten. Seit Jahrzehnten investiert die Menschheit Unsummen in die Verwirklichung der perfekten Wegwerfgesellschaft - da können Sie nicht einfach gedankenlos einen Kontrapunkt setzen. Außerdem sind diese Hunde von minderer Qualität oder können Sie sich einen Grund vorstellen, warum jemand einen Hund abgeben sollte, ohne einen angemessenen Gegenwert erstattet zu bekommen?
7. Schaffen Sie sich nur Rassehunde an!
Kopieren Sie alle Abstammungsnachweise, Zuchtbuchauszüge und sonstigen Unterlagen in ein brieftaschengerechtes Format. So können Sie nicht nur Unkundigen, sondern allen Hundebesitzern, jederzeit den Spiegel der Unkenntnis vors Gesicht halten und die Treffen kurzweilig gestalten. Lassen Sie sich keines der Papiere zurückgeben, bevor es Ihr Gegenüber nicht mindestens drei Minuten studiert hat. Niemand kann sonst Ihren kynologischen Weitblick angemessen würdigen.
8. Legen Sie sich spätestens mit der Anschaffung des Hundes ein umfangreiches kynologisches Fachvokabular zu!
Banausen, die Sie mit der Frage langweilen, ob "er" denn lieb sei, werden Ihrem Vortrag über "Analogien der Wesensentwicklung deutscher Rassezuchthunde unter Berücksichtigung ethologisch-kynologischer Prinzipien und selektionsrelevanter Strategien" ergriffen lauschen. Lassen Sie keine Gelegenheit aus, Ihren Ruf als einer der letzten wirklichen Hundekenner zu festigen. Beantworten Sie Einwände allenfalls mit einer abfälligen Handbewegung - denn wer tatsächlich etwas von Hunden versteht, hätte Ihnen ja wohl kaum widersprochen, oder?
9. Werden Sie Mitglied in einem Hundeverein!
Vorsicht - nehmen Sie nicht den erstbesten. Als Faustregel gilt: Je exklusiver, desto besser. In Frage kommen nur Vereine, die keine Hunde anderer Rassen und bitteschön schon gar keine Bastarde auf ihr Gelände lassen. Achten Sie auf sorgfältige Zugangskontrollen und unmißverständliche Hinweisschilder. Oder würden Sie einem Golfclub beitreten, auf dessen achtzehnten Grün Arbeitslose und Hausbesetzer ein Picknick veranstalten? Gefährden Sie nicht die natürliche Distanz zwischen Jet-set und Proletariat für ein bißchen verklärte Sozialromantik...
10. Sparen Sie nicht am falschen Ende!
Geben Sie Billighalsbändern und schnöden Kunststoffleinen keine Chance, es sei denn, Sie möchten als Geizkragen gelten und den Eindruck erwecken, Ihr Hund sei Ihnen nichts wert. Italienische Designer bieten farblich abgestimmte Kollektionen an, so besitzen Sie zu jedem Kleidungsstück ein passendes Halsband für den kleinen Liebling. Besonders zu empfehlen sind reich mit Krokodil- oder Schlangenleder verzierte Designerstücke. Elfenbeinapplikationen entwickeln ihre volle Schönheit erst im Zusammenspiel mir anderen wertvollen Materialien. So können Sie jedermann unaufdringlich beweisen, daß Sie ein entspanntes Verhältnis zu Tieren haben und daß Ihr Hund für Sie etwas ganz besonderes ist.
11. Bestehen Sie auf Ihre Grundrechte!
Wenn Sie zufällig einen Hund mit einer Widerristhöhe unter 35 Zentimetern besitzen, lassen Sie keinen Zweifel daran aufkommen, daß für alle größeren Hunde generelle Leinenpflicht besteht. Vermeiden Sie dabei Formulierungen wie: "Könnten Sie bitte Ihren Hund anleinen?", denn diese Ausdrucksform wird von Ihrer Zielgruppe sowieso nicht verstanden. Ein stimmungsvolles: "Nehmen Sie gefälligst Ihren Scheißköter an die Leine!" ist der Situation angemessen und für jedermann leicht verständlich. Vergessen Sie dabei aber nicht, anderen Hundebesitzern bei jeder Gelegenheit mit Ihren Rechtsanwälten zu drohen - nur so können Sie den Nachweis erbringen, daß Sie die Funktionsprinzipien des Rechtsstaats wirklich verstanden haben.
12. Abonnieren Sie einige fachbezogene Mailinglisten im Internet!
Je mehr, desto besser. Setzen Sie sich nicht dem Verdacht aus, in der Steinzeit zu leben oder an aktuellen Entwicklungen kein Interesse zu zeigen. Neueste Erkenntnisse versierter Hundehalter aus ländlichen Gemeinden der USA über Abstammung, artgerechte Ernährung, erfolgreiche Ausbildung, sinnvolle Körperpflege und nützliche Gesundheitsfürsorge ruft der moderne Mensch online ab. Wie? Sie haben Zuhause noch keinen Internet-Zugang und surfen auf Firmenkosten? Lassen Sie das bloß niemanden hören!
13. Machen Sie mit Ihrem Hund keine Ausbildung!
Die Welt ist voll von autoritären Wichtigtuern und Sklaventreibern, die Ihren Hunden beibringen, Mitmenschen weder zu gefährden noch zu belästigen. Dies ist mit dem Tierschutzgesetz keinesfalls vereinbar. Schützen Sie die zarte Seele Ihres Hundes vor dem Psychoterror unverantwortlicher Tierschänder, vor allem, wenn Sie einen kleinwüchsigen Hund besitzen.
14. Keine Ausbildung ohne Prüfung!
Sollte eine Ausbildung unvermeidlich sein, bestehen Sie unbedingt auf einer formellen Prüfung. Ansonsten könnte eine wahre Katastrophe eintreten: Sie haben Ihren Hund ausgebildet und keiner merkt etwas davon. Kopieren Sie die Prüfungsurkunde wie in Punkt 7 beschrieben und lassen Sie die Kopie gelegentlich zwischen die anderen Papiere rutschen.
Detailreiche Darstellungen des Ausbildungsverlaufes interessieren Fremde am meisten! Selbst Hundeskeptiker werden sich in der Schlange des Supermarktes oder im Wartezimmer des Tierarztes Ihren ausführlichen Schilderungen nicht entziehen wollen. Lassen Sie dabei stets eine größere Anzahl unscharfer und überbelichteter Fotos herumgehen, die kleinen Qualitätsmängel unterstreichen die Dynamik der Situation und werden gerne verziehen.
15. Seien Sie nervenstark!
Nicht selten fallen Hundehalter unangenehm auf, indem sie lauthals herumschreien, wenn ihr Dackelmix von einem wesensfesten Deutschen Schäferhund untergeordnet wird. Mit solcherlei unangebrachten Gefühlsausbrüchen werden Kinder oder ältere Menschen erschreckt und das Fehlverhalten fällt auf die Hundehalter insgesamt zurück. Lassen Sie Ihren wesensfesten Schäferhund ruhig gewähren, die Tiere können solche Probleme prima unter sich regeln.
Völlig anders ist der Fall gelagert, wenn Ihr wesensfester Deutscher Schäferhund von einem größeren Hund gemein und hinterhältig angegriffen wird. Schlagen Sie mit der Leine dazwischen, schreien Sie lauthals um Hilfe und rufen Sie anschließend nach dem Staatsanwalt - schließlich gibt es für alles eine Grenze.
16. Lassen Sie Ihren Tierarzt nicht hängen!
Ärzte sehen sich oft mit dem Problem konfrontiert, dem engagierten Tierbesitzer Sachverhalte medizinisch korrekt und sprachlich verständlich auseinanderzusetzen. Der verantwortungsvolle Hundehalter ist hier zu Mitarbeit aufgerufen. Eignen Sie sich in der U-Bahn oder auf dem Klo eine Auswahl Latizismen und wahllos zusammengesuchter medizinischer Fachausdrücke an. Schlagen Sie dabei den Bogen von der Inneren Medizin über Themen der Verhaltensforschung bis zur Gentechnik.
Zukünftig machen Sie sich nicht nur um das Zusammenwachsen interdisziplinärer Forschungsgebiete verdient, Sie können Ihrem Tierarzt schon bei der Begrüßung wertvolle Hinweise auf mögliche Krankheitsursachen Ihres Hundes geben. Sprechen Sie Ihren Tierarzt ab sofort nur noch mit dem kollegialen "Du" an, schließlich sind Sie jetzt auch vom Fach.
PS.Das ist natürlich alles ironisch geschrieben....grins

verfasst von 3Silvi3 am 26 Januar 2009 - 16:05 Uhr
Drei Tage in Deinem Leben
Wenn Du jemals ein Tier liebst, dann gibt es drei Tage in Deinem Leben, an die Du Dich immer erinnern wirst...
Der erste ist ein Tag, gesegnet mit Glück, wenn Du Deinen jungen neuen Freund nach Hause bringst. Vielleicht hast Du einige Wochen damit verbracht, Dich für eine Rasse zu entscheiden. Du hast möglicherweise unzählige Meinungen verschiedener Tierärzte eingeholt oder lange gesucht um einen Züchter zu finden. Oder, vielleicht hast Du Dich auch einfach in einem flüchtigen Moment für den dümmlich aussehenden Trottel im Schuppen entschieden – weil irgend etwas in seinen Augen Dein Herz berührt hat. Aber wenn Du Dein erwähltes Haustier nach Hause gebracht hast und Du siehst es erforschen und seinen speziellen Platz in Deinem Flur oder Vorraum für sich in Anspruch nehmen – und wenn Du das erste Mal fühlst, wie es Dir um die Beine streift – dann durchdringt Dich ein Gefühl purer Liebe, das Du durch die vielen Jahre die da kommen werden mit Dir tragen wirst.
Der zweite Tag wird sich acht oder neun Jahre später ereignen. Es wird ein Tag wie jeder andere sein. Alltäglich und nicht außergewöhnlich. Aber, für einen überraschenden Moment wirst Du auf Deinen langjährigen Freund schauen – und Alter sehen, wo Du einst Aktivität sahst. So wirst Du anfangen, die Ernährung Deines Freundes umzustellen – und womöglich wirst Du ein oder zwei Pillen zu seinem Futter geben. Und Du wirst tief in Dir eine wachsende Angst spüren, die Dich die kommende Leere erahnen lässt. Und Du wirst dieses unbehagliche Gefühl kommen und gehen spüren, bis schließlich der dritte Tag kommt.
Und an diesem Tag – wenn Dein Freund und Gott sich gegen Dich entschieden haben, dann wirst Du Dich einer Entscheidung gegenüber sehen, die Du ganz allein treffen musst – zugunsten Deines lebenslangen Freundes, und mit Unterstützung Deiner eigenen tiefsten Seele. Aber auf welchem Wege auch immer Dein Freund Dich vielleicht verlassen wird – Du wirst Dich einsam fühlen, wie ein einzelner Stern in dunkler Nacht. Wenn Du weise bist, wirst Du die Tränen so frei und so oft fließen lassen, wie sie müssen. Und wenn es Dir typisch ergeht wirst Du erkennen, dass nicht viele im Kreis Deiner Familie oder Freunde in der Lage sind, Deinen Kummer zu verstehen oder Dich zu trösten. Aber wenn Du ehrlich zu der Liebe zu Deinem Haustier stehst, für das Du die vielen vor Freude erfüllten Jahre gesorgt hast, wirst Du vielleicht bemerken, dass eine Seele – nur ein wenig kleiner als Deine eigene – anscheinend mit Dir geht, durch die einsamen Tage die kommen werden. Und in diesen Momenten, in denen Du darauf wartest, dass Dir all unser gewöhnliches passiert, wirst Du vielleicht etwas an Deinen Beinen entlang streichen spüren – nur ganz ganz leicht. Und wenn Du auf dem Platz runterschaust, an dem Dein lieber – vielleicht bester Freund – gewöhnlich lag, wirst Du Dich an die bedeutsamen drei Tage erinnern. Die Erinnerung wird voraussichtlich schmerzhaft sein und einen Schmerz in Deinem Herzen hinterlassen. Während die Zeit vergeht, kommt und geht dieser Schmerz als hätte er sein eigenes Leben. Du wirst ihn entweder zurückweisen oder annehmen, und er kann Dich sehr verwirren. Wenn Du ihn zurückweist, wird er Dich deprimieren. Wenn Du ihn annimmst, wird er Dich vertiefen. Auf die eine oder andere Art, es wird stets ein Schmerz bleiben.
Aber da wird es, das versichere ich Dir, einen vierten Tag geben – entlang mit der Erinnerung Deines Haustieres – und durch die Schwere in Deinem Herzen schneiden, da wird eine Erkenntnis kommen die nur Dir gehört. Sie wird einzigartig und stark sein, wie unsere Partnerschaft zu jedem Tier, das wir geliebt – und verloren haben. Diese Erkenntnis nimmt die Form lebendiger Liebe an – wie der himmlische Geruch einer Rose, der übrigbleibt, nachdem die Blätter verwelkt sind, diese Liebe wird bleiben und wachsen – und da sein für unsere Erinnerung. Es ist eine Liebe, die wir uns verdient haben. Es ist ein Erbe, das unsere Haustiere uns vermachen, wenn sie gehen. Und es ist ein Geschenk, das wir mit uns tragen werden solange wir leben. Es ist eine Liebe, die nur uns allein gehört. Und bis unsere Zeit selbst zu gehen gekommen ist, um uns vielleicht unseren geliebten Tieren wieder anzuschließen – ist es eine Liebe, die wir immer besitzen werden. 
verfasst von 3Silvi3 am 13 Januar 2009 - 19:41 Uhr
Zum Schmunzeln
Es war einmal ein Schäfer,der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete.Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein nagelneuer Cherokee Jeep auf und hielt direkt neben ihm.
Der Fahrer des Jeeps, ein junger Mann in Brioni-Anzug,Cerutti-Schuhen und einer YSL-Krawatte steigt aus und fragt ihn:
"Wenn ich errate,wieviele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eines?"
Der Schäfer schaut den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe, und sagt ruhig:"In Ordnung."
Der junge Mann parkt den Jeep,verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Internet auf eine NASA Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS-Satelitennavigationssystems,öffnet eine Datenbank und 60 Exceltabellen mit einer Unmenge Formeln.
Schließlich druckt er einen 150seitigen Bericht auf seinem Hi-Tech-Minidrucker, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt:"Sie
haben exakt 1586 Schafe."
Der Schäfer sagt:"Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus."
Der junge Mann nimmt ein Schaf und lädt es in den Jeep ein. Der Schäfer schaut ihm zu und sagt:
"Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir dann das Schaf zurück?"
Der junge Mann antwortet:"Klar, warum nicht?"
Der Schäfer sagt:"Sie sind Unternehmensberater beim VDH."
"Das ist richtig, woher wissen Sie das?" will der junge Mann wissen.
"Sehr einfach," sagt der Schäfer,"erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand gerufen hat.Zweitens wollen Sie ein Schaf als
Bezahlung haben dafür,daß Sie mir etwas sagen,was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem,was ich mache,denn Sie haben sich meinen Hund ausgesucht
verfasst von 3Silvi3 am 11 Januar 2009 - 21:33 Uhr
Gott erschuf den Hund
Sobald der Hund erschaffen war,leckte er die Hand seines Schöpfers und Gottvater streichelte ihm den Kopf.
"Was willst du Hund?"
"Oh Herr,ich möchte bei dir im Himmel wohnen und auf der Fußmatte vor der Tür liegen."
"Das geht nicht,ich brauche keinen Hund;denn ich habe die Menschen noch nicht erschaffen."
"Wann wirst du sie erschaffen?"fragte der Hund.
"Niemals,ich bin müde,ich habe fünf Tage gearbeite.Ich muss mich ausruhen.Ich schuf dich Hund du bist ein Meisterwerk.Es ist besser es dabei zu lassen.Einen Künstler soll man nicht überanstrengen.Würde ich weiter schaffen,würde mir vielleicht etwas mißlingen.Geh Hund,geh auf die Erde und sei glücklich."
Darauf der Hund:"Was soll ich auf der Erde tun oh Herr?"
"Du sollst essen,trinken und dich vermehren."
Der Hund seufzte laut.
"Was brauchst du mehr?"
"Ich brauche dich mein Herr und Meister kannst du nicht mitkommen?"
"Nein,der Himmel,die Engel,die Sterne,glaub mir ich habe hier sehr viel zu tun."
Der Hund senkte den Kopf und ging ein Stück dann drehte er sich um und sprach:"Ach Gott,
wenn es da unten eine Art Herr gäbe,jemanden wie dich."
"Nein gibt es nicht Hund".
Der Hund machte sich ganz klein und bettelte
herzerweichend:"Gottvater,wenn du nur wolltest-du könntest es doch wenigstens versuchen."
"Unmöglich!Was getan ist ist getan du bist mein Meisterwerk,niemals kan ich ein besseres Wesen schaffen als dich.Erschaffe ich heute noch jemanden er würde mir mißlingen das spüre ich genau."
"Ach Herrgott" sagte der Hund "es ist mir egal wenn er mißlingt,wenn ich ihm nur folgen kann wohín er auch geht und zu seinen Füßen liegen wenn er stillsteht."
Gott wunderte sich sehr darüber,daß er so ein wundervolles Lebewesen erschaffen hatte und gab nach:"Geh,es soll so sein wie du es wünscht."und er ging in seine Kammer und schuf den Menschen.
Der Mensch mißlang gründlich so wie er es den Hund vorausgesagt hatte.Aber der Hund
war glücklich und zufrieden.
verfasst von 3Silvi3 am 9 Januar 2009 - 14:12 Uhr
Dein Hund
ob mit oder ohne Grund,
wird einer Dich niemals verlassen,
und das ist Dein treuer HUND.
Und würdest Du ihn sogar schlagen,
ganz herzlos und ohne Verstand,
er wird es geduldig ertragen
und leckt Dir dafür noch die Hand.
Nur Liebe und selbstlose Treue
hat er für Dich immer parat!
Er beweist es Dir täglich aufs neue,
wie unsagbar gern er Dich hat.
Nennst Du einen Hund Dein eigen,
wirst Du nie verlassen sein
und solltest von Einsamkeit schweigen,
denn Du bist doch niemals allein.
Wird eins der Tod Dir erscheinen
und schlägt Dir die letzte Stund`
wird einer bestimmt um Dich weinen,
und das ist Dein treuer HUND.
Darum schäme Dich nicht Deiner Tränen,
wenn einmal Dein Hund von Dir geht!
Nur er ist, daß will ich erwähnen,
ein Wesen, daß stets zu Dir steht.
verfasst von 3Silvi3 am 5 Januar 2009 - 18:01 Uhr
Der alte Kettenhund
Der alte Kettenhund |
Ich bin allein; es ist schon Nacht
und stille wird's im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,
dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh.
Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gab's schon längst nicht mehr.
Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört,
und wüsst' mein Herr auch, was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.
Die Nacht ist lang,
zum zehnten Mal leck' ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus.
Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück
und nie werd ich sie los.
Was Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg' ich, warte auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.
verfasst von 3Silvi3 am 3 Januar 2009 - 13:06 Uhr
Frohe Weihnachten

verfasst von 3Silvi3 am 22 Dezember 2008 - 22:41 Uhr
Der letzte Gang
Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
Und quälende Pein hält mich wach -
Was Du dann tun mußt - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Daß Du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
Muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.
Wir lebten in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei!
Begleite mich dahin, wohin ich gehen muß.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
Bis meine Augen kommen zur Ruh.
Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
Es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist -
Der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es soll nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.
verfasst von 3Silvi3 am 17 Dezember 2008 - 20:04 Uhr
Welpen zu verkaufen
Welpen zu verkaufen
In einer Tierhandlung war ein großes Schild zu lesen, auf dem stand: "Welpen zu verkaufen".
Ein kleiner Junge kam vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte er ihn: "Was kosten die Hundebabys?"
"Zwischen 50,- und 80,- EUR." sagte der Mann.
Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog einige Münzen heraus. "Ich habe 7 Euro und 65 Cents." sagte er. "Darf ich sie mir bitte anschauen?"
Der Ladenbesitzer lächelte und pfiff nach seiner Hündin. Fünf kleine Hundebabys stolperten hinter ihr her. Eines von ihnen war deutlich langsamer als die anderen und humpelte auffällig.
"Was hat der Kleine dahinten?" fragte der Junge.
Der Ladenbesitzer erklärte ihm, dass der Welpe einen Geburtsschaden hatte und nie richtig laufen würde.
"Den möchte ich kaufen." sagte der Junge.
"Also den würde ich nicht nehmen, der wird nie ganz gesund." antwortete der Mann. "Aber, wenn du ihn unbedingt willst, schenke ich ihn dir."
Da wurde der kleine Junge wütend. Er blickte dem Mann direkt in die Augen und sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Dieser kleine Hund ist jeden Cent wert, genauso wie die anderen auch. Ich gebe Ihnen meine 7,65 EUR und werde jede Woche einen Euro bringen, bis er abgezahlt ist."
Der Mann entgegnete nur: "Ich würde ihn wirklich nicht kaufen – er wird niemals in der Lage sein, mit dir zu rennen und zu toben wie die anderen."
Da hob der Junge sein Hosenbein und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll auf den Hund blickend sagte er: "Ach, ich renne selbst auch nicht gut und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht."

verfasst von 3Silvi3 am 10 Dezember 2008 - 19:54 Uhr
Ich hatte dich lieb

verfasst von 3Silvi3 am 9 Dezember 2008 - 09:30 Uhr
Handelware Hund
Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin.
Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns.
Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn.
Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern.
Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.
Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht.
Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven ginge.
So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.
Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu trösten.
All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem „Petshop“, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt.
Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen.
Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen.
Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen.
Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig.
Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten.
Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh.
Oft hören wir sagen
„oh, sind die süß, ich will eines“, aber dann gehen die Leute wieder fort.
Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben.Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist.
Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme.
Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.
Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft!
Jetzt wird alles gut!
Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben.
Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen.
Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen.
Ich heiße jetzt Lea.
Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar.
Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe.
Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
Erster Besuch beim Tierarzt.
Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte.
Ich bekam einige Spritzen.
Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich.
Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus.
Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von zwei Herzen.
Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien.
Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.
Jetzt bin ich sechs Monate alt.
Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh.
Die Schmerzen gehen nie weg.
Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will.
Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
Vater und Mutter sprechen über mich.
Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es „genetisch“ und „nichts machen“.
Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen.
Es geht nicht.
Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je.
Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.
Sie tragen mich ins Auto.
Alle weinen.
Sie sind so seltsam, was ist los?
War ich böse?
Sind sie am Ende böse auf mich?
Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich.
Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten !
Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchens ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand.
Der Tisch beim Tierarzt ist kalt.
Ich habe Angst.
Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben.
Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken.
Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen.
Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich...
Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück.
Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.
Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese.
Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise:
mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen.
Stattdessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

verfasst von 3Silvi3 am 6 Dezember 2008 - 15:48 Uhr
Gedanken eines Hundes
Gedanken eines Hundes
"WIE KONNTEST DU NUR?"
Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer, wenn ich böse war, erhobst Du Deinen Zeigefinger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.
Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte schöner nicht sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.
Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen.
Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich weil Du glücklich warst.
Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern.
Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte.
Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".
Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre. Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt.
Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir ein Dorn im Auge.
Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.
Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet auch mit "Stammbaum".
Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben.
Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.
Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?"
Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren.
Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei ...oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte.
Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.
Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum.
Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.
Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.
Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.
Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"
Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so Leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich allein gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort.
Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr gegolten hatte.
Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.
Möge Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalität zeigen.
verfasst von 3Silvi3 am 4 Dezember 2008 - 14:46 Uhr
Ich trauere um dich
Bis vor kurzem hatte ich, einen Hund, den liebte ich.
Hast nichts böses je verbrochen, warst dem Menschen zugetan, heute hast du sterben müssen, gehörst der falschen Rasse an.
Warst Begleiter mir und Freund, auf den Streifen in der Nacht, alle Ausbildungen und Prüfung, mit Bravour hast du gemacht. Doch des Menschen blinder Hass hat vor dir nicht Halt gemacht.
Wie oft hast im Einsatz du eines Menschen Leb' gerettet, bist mit Eifer und mit Mut in den tiefsten Schacht geklettert, das verscholl'ne Kind gewittert und nach Haus zurück gebracht.
Hund, ich trauere um dich und um alle deiner Rassen, hast deine Treue jetzt bezahlt, weil du stets und sehr gelassen, allen Menschen hast vertraut.
Deine Taten zählten nicht, qualvoll war dein Tod durch Gift, von des Hundehassers Hand, Opfer einer Hexenjagd in diesem so verirrten Land. 
Ich erinnere mich zurück, denk an Stunden voller Glück, seh' dich laufen, seh' dich toben, mit deinen Freunden groß und klein, jetzt siehst du mich von dort oben, ja, sieh her mein Hund, ich wein'
Sicher hast du dort gefunden, deinen Frieden und dein Glück, doch ich bleib alleine hier unten, bleibe ohne dich zurück. Denk' an unsere schönen Zeiten, gern erinnere ich mich zurück.
Für einen treuen Hund, in Angedenken aller anderen Hunde die in diesem Lande hingerichtet werden.
verfasst von 3Silvi3 am 3 Dezember 2008 - 23:50 Uhr

